Leben & Reife 18plus - eine Ermutigungsspirale
Leben & Reife 18plus - eine Ermutigungsspirale
Vom Wert der Begegnung
Begegnung - Neben Bildung und Beratung sind unsere Alltagsbegegnungen ein dritter hilfreicher Bereich zur Stärkung unserer Ressourcen und damit zur Überwindung bzw Vorbeugung von Depressionen - sei es mit Freunden, sei es mit Nachbarn, sei es mit Gott, sei es in der Natur oder sei es z.B. im ehrenamtlichen Projekt im Stadtteil. Die Identifikation mit einem Wohnumfeld und Quartier, in dem wir uns gerne aufhalte, stärkt das seelische Wohlbefinden.
Der Mensch braucht die Begegnung mit seinem Mitmenschen. Bereits in ganz normalen Alltagsabläufen (Einkauf, Nachbarschaft, Behördengänge etc.) sind wir auf den Mitmenschen, der uns bedient oder kurz mit uns spricht, angewiesen. Über diese Kurzkontakte hinaus hat der Mensch ein natürliches Bedürfnis nach tieferen Beziehungen, nach Austausch, Begegnung, Liebe und Zärtlichkeit, auch wenn naturell bedingt graduelle Unterschiede in dem Bedürfnis nach Häufigkeit und Tiefe der Beziehungen vorhanden sind.
Mein Weg von der Bildung über die Beratung zur Begegnung
Eine Ursache für meine früheren Depressionen waren in meiner Menschenfurcht begründet. Unter Menschen, vor allem in Gruppen, war ich meistens sehr angespannt und ängstlich. Ich mied Begegnungen eher. Bildung, Bücher und mein Tagebuch waren meine Freunde. Später kam die Beratung und Therapie im geschützten Zweiergespräch hinzu. Mein Nähebedürfnis versuchte ich hauptsächlich in Partnerschaften zu stillen, was sich sehr schwierig gestaltete. In meinem Buch "Sehnsucht nach Liebe - Mein Weg aus der Beziehungssucht" habe ich meine zwanghafte Suche nach einem passenden Partner beschrieben, wie ich Gott begegnet bin und so nach und nach das eingefahrene Lebensmuster ändern konnte und gelernt habe, mich auch in Gruppen und im zwanglosen Gespräch wohl zu fühlen.
Bildung und Beratung können und sollten den Mut und die Fähigkeit zu Begegnung und Beziehung fördern. Begegnungen leisten einen wertvollen Beitrag zur Stillung unseres Grundbedürfnisse nach Kontakt und zur Vorbeugung von Einsamkeit und Depression. Wir brauchen Begegnungen wie die Luft zum Atmen. Sie haben einen nicht hoch genug einzuschätzenden Wert für unser seelisches Wohlbefinden. Gerade auch der eher zufälligen Begegnung in unserem Wohnumfeld und Quartier während wir Einkaufen, Spazierengehen oder uns im Vorgarten aufhalten, kommt dabei noch mal eine ganz eigene gesundheitsförderliche Rolle zu. ----> Das Quartier als Begegnungsraum
Hierfür ist es gut
Um die Ressourcen zur Bewältigung seiner zahlreichen Lebensanforderungen zu stärken ist der erwachsene Lebensgärtner bereit, sich zu bilden und bei Bedarf scheut er sich nicht, sich Beratung zu verschiedenen Lebens- oder Alltagsfragen zu holen. Mit all dem Gelernten und dem im geschützten Rahmen der Beratung Erlebten hat er das Rüstzeug, sich immer wieder neu auf spontane Begegnungen im Alltag und auf tiefere Beziehungen und Bindungen einzulassen.
Begegnungen zu ermöglichen und zu sozialen Beziehungen und Austausch zu ermutigen und zu befähigen ist ein Herzensanliegen von Erwachsenleben gUG.
Begegnung & Teilen
Ebenso förderlich sind äußere Ressourcen, wie u.a. gesunde Beziehungen, niedrigschwellige Beratungsstellen und ein gesundes Wohnumfeld. Ein attraktiver öffentlicher Raum vor unserer Haustür ist eine wertvolle äußere Ressource zur Bewältigung unseres Erwachsenlebens und zur Gesunderhaltung. Ist er doch der Ort, an dem wir uns begegnen und bewegen können, die Natur genießen und für eine Weile einen gesunden Abstand zu unseren häuslichen Pflichten haben. Mehr unter: Begegnung - Das Stadtviertel als Ressource.

Das Quartier als Begegnungsraum
Es wäre möglich, die Formen der Urbanisierung zu kontrollieren,
wenn nur die Strukturierung des Raumes in Übereinstimmung
mit der Fähigkeit des Menschen, sich in ihm zu bewegen, erfolgte.
Ivan Illlich
Ein attraktives Wohnumfeld vor unserer Haustür ist eine wertvolle äußere Ressource zur Bewältigung unseres Erwachsenlebens und zur Gesunderhaltung. Ist er doch der Ort, an dem wir uns begegnen und bewegen können, die Natur genießen und für eine Weile einen gesunden Abstand zu unseren häuslichen Pflichten haben. Es beginnt vor unserer Haustür und umfaßt die Nachbarschaft, das Quartier und das ganze Stadtteil, in dem wir wohnen. Gute Begegnungen in unserem Wohnumfeld stärken unsere Gesundheit und unsere Persönlichkeit.
In unserem Lebensgarten finden wir den Lebensbereich "Wohnen & Wohnumfeld". Insbesondere für den älteren Menschen bekommt das unmittelbare Wohnumfeld wieder eine ganz besondere Bedeutung für seine Bedürfnisse nach Versorgung und Begegnung. "Das unmittelbare Wohnumfeld wird umso bedeutsamer, je stärker andere räumliche Kontexte wegfallen oder brüchig werden. Durch die mit dem Alter zunehmende Begrenzung der Aktions- und Handlungsspielräume werden alternde Menschen immer stärker auf ihren sozialen Nahraum verwiesen, der zum zentralen Ort der Lebensgestaltung wird. Er erhält damit wachsende Bedeutung für Wohlbefinden, Lebensqualität und Teilhabe" (Cornelia Kricheldorff, Frank Oswald in: Gelingendes Altern in Sozialraum und Quartier; Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie 2015/5)
Beratung & Seelsorge